Ginkgo

Botanischer Name

Ginkgo biloba L.

verwendeter Pflanzenteil

Blätter (Ginkgo folium)

Für arzneiliche Zwecke werden hierzulande die Blätter des Ginkgobaumes verwendet.

Inhaltsstoffe

Charakteristische Inhaltsstoffe sind Flavonglykoside und Terpenlactone (Ginkgolid und Bilobalid). Unerwünschte Inhaltsstoffe, insbesondere die Ginkgolsäuren, müssen erst extrahiert und auf ein Minimum reduziert werden, bevor die Ginkgoblätter sich als Heilmittel eignen. Daher sollte man von selbst aufgebrühtem Ginkgoblätter-Tee besser die Finger lassen. Pharmazeutische Extrakte werden streng auf die Einhaltung sicherer Grenzwerte an Ginkgolsäuren kontrolliert.

In der traditionellen chinesischen Medizin werden neben den Blättern auch die Samenkerne des Ginkgo Baumes u.a. für die körperliche Leistungsfähigkeit verwendet.

Geschichte

Ginkgo ist der letzte Vertreter einer uralten Pflanzenfamilie, die es bereits vor der Zeit der Dinosaurier gab. Er überlebte die Eiszeiten, zwar nicht in Europa, doch in China und Japan, und gilt deshalb als „lebendes Fossil“. Ginkgo ist eine Pflanze voller Besonderheiten: Er sieht aus wie ein Laubbaum, ist jedoch botanisch gesehen vielmehr mit den Nadelbäumen verwandt. Er kann über 1000 Jahre alt werden und ist äußerst widerstandsfähig.

Seit Jahrtausenden ist Ginkgo in China und Japan als Tempelbaum und Heilpflanze bekannt. Nach chinesischem Glauben ist er der Inbegriff der Harmonie, des Yin und Yang. Bereits im 10. Jahrhundert begannen chinesische Mönche Ginkgo biloba in Tempelgärten anzupflanzen. In Fernost sind die geschälten und gerösteten Ginkgosamen ein beliebter Snack.

Medizinische Verwendung

Für Extrakte aus Ginkgoblättern sind zahlreiche Effekte beschrieben:

  • Antioxidativ
  • Verbesserung der Durchblutung, insbesondere der Mikrozirkulation
  • Verbesserte Fließeigenschaften des Blutes durch Hemmung der Blutgerinnung
  • Steigerung der Gedächtnisleistung und des Lernvermögens

Standardisierte Extrakte werden daher zur Unterstützung der geistigen Leistungsfähigkeit bei dementiellen Syndromen (Hirnleistungsstörungen mit Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit) eingesetzt.
Achtung: Der übermäßige Genuss von Ginkgosamen kann zu Vergiftungserscheinungen führen.