Hat Salz seinen schlechten Ruf zu Unrecht?
Jahrelang wurde Salz als Mitverursacher von Bluthochdruck gehandelt. Dr. Katarzyna Stolarz-Skrzypek (University of Leuven, Belgien) und seine Kollegen berichten im Journal der American Medical Association (JAMA 2011) über erstaunliche Ergebnisse. ''Was unsere Studie zeigt, ist im Grunde, dass es vielleicht nicht richtig ist, eine allgemeine Reduktion der Salzzufuhr zu verhängen''
Dr. Jan A Staessen (University of Leuven, Belgien) sagte "Wir negieren nicht Ergebnisse früherer Studien. Ich denke, eine Einschränkung der Kochsalzzufuhr ist für Patienten sinnvoll, die bereits Bluthochdruck oder Erkrankungen des Herzens haben. Aber es gibt wenig Argumente, warum die Allgemeinbevölkerung die Zufuhr von Kochsalz einschränken sollte." Im Gegenteil das Ärzteteam zeigte sogar, dass zu wenig Salz die Gefahr von Infarkt und Schlaganfall erhöht (JAMA Bd. 305, S. 1777, 2011).
Salz kann im Sommer für Sportler und Heuschnupfengeplagte zudem von besonderer Bedeutung sein. Nach Ansicht des Münchner Direktors des Zentrums für Allergie und Umwelt, Carsten Schmid-Weber, wird die Zahl der Allergiker in Deutschland und Europa in den kommenden Jahren steigen. Und nicht nur das, der Zeitraum in dem die Menschen unter Pollen leiden wird länger. Nach der Wissenschaftlerin Annette Menzel begünstige nicht nur der Temperaturanstieg sondern auch die erhöhte CO2 Konzentration das Wachstum der Pflanzen und damit auch den Pollenflug.
Die in der Volksmedizin vieler asiatischer und arabischer Länder bekannte regelmäßige tägliche Nasenspülung mit physiologischer Kochsalzlösung ist eine wirksame Technik zur Reinigung der Nasenschleimhäute. Damit kann möglicherweise auch der Verlauf allergischer Reaktionen im Respirationstrakt günstig beeinflusst werden, wie von Einzelfällen immer wieder berichtet wird. Der Pollen wird damit von der Nasenschleimhaut gespült und bekommt durch das Anfeuchten der Nasenschleimhaut eine verminderte Möglichkeit sich fest zu setzen.
Pollenallergiker hilft es deshalb, nicht nur abends mit frisch gewaschenen und damit pollenfreien Haaren ins Bett gehen um die Heuschnupfensymptome zu vermindern, sondern morgens und abends die Nase zu spülen, um die Pollen aus der Nase zu entfernen.
Doch Salz spielt bei ansteigenden Temperaturen noch eine ganz andere wichtige Rolle. Beim Schwitzen verliert der Körper die Mineralstoffe Natrium, Chlorid, Kalium, Magnesium und Calcium. Es ist aber nicht alleine damit getan, das Essen stärker zu salzen, da der Körper Mineralsalze nur verwerten kann, wenn damit verbunden genügend Flüssigkeit getrunken wird. Gleiches gilt im Umkehrschluss. Der Körper kann das Wasser nur binden, wenn Mineralsalze im Körper vorhanden sind. Wer im Sommer mehr Sport macht, sollte auf eine vernünftige Versorgung mit Salz achten. Salz unterstützt beim Sport die Kontraktion der Muskulatur und ist damit fast ein Weichmacher, der Verhärtungen und Krämpfe verhindert.